Familienname HULLEN

Hullen ist ein jeverländischer Familienname, patronymisch/metronymisch entstanden aus ehemaligen alten Rufnamen Hole m, Hohle m, Holen m, Hulle w, Hulke w (Sinn und Bezug der weiblichen Form auf die bekannte Frau Holle und die Hulden gerichtet), zum althochdeutschen Stamm huld, gemeingermanisch hultha, das im Verhältnis zwischen Lehnsherr und Gefolgsmann einerseits "gnädig, herablassend", anderseits "treu, ergeben" bedeutete.

Jeverländische Urkunden zeigen an Familiennamen 1428 Holling, 1693 Hollen, danach die Namen Holen, Hollmann, Hullen, Hullmann; -mann hier in der Bedeutung "Nachkomme eines Holle, Hulle". In Oldenburg wurde aus Holleman (1615) im 17. Jh. der Hülleman zu Hillemann.

Bedeutungskreuzend kommt vielleicht im Jeverland hinzu, daß auch die älteste Bedeutung von althochdeutsch haldan "hüten, weiden", dann "fürsorgen, beaufsichtigen" namenbildend werden konnte, mit Wechsel von a zu o; gestützt wird diese Version durch halten, das im Jeverland mundartlich hollen, in Alt-Oldenburg holen heißt.

Ich halte die erstgenannte Erklärung für die beste, zudem im Ostfriesischen die obengenannten Rufnamen heimisch sind.

Zoder erwähnt in seinem zweibändigen Werk "Familiennamen in Ostfalen" den Namen Hullen 1mal 1939 in Magdeburg - und stellt ihn zu mittelhochdeutsch heile, hulle = Mantel; auch zu mittelniederdeutsch hulle = Kopfbedeckung, Mütze, Kopftuch. Jobst Hulle, 1689 Bürger in Halle.

Ich halte diese Erklärung für "etwas schwach" - und würde für das Jeverland bei der obigen bleiben.

Friedrich Wilh. Weitershaus, Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden, 27.2.1988
 

Flurname HULLEN

"Hullen" - der Name kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet soviel wie Grassoden - wurde 1970 offiziell als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Doch schon Jahre zuvor hatten Naturschützer ein wachsames Auge auf die Fläche gehalten, galt sie doch als eines der selten gewordenen Brut-und Rastgebiete für Seevögel. 120 Hektar Grünland und 380 Hektar Watt gehören zu dem Schutzgebiet, das zwischen Ostemündung und Ehe liegt.

Im Sommer beherbergt "Hullen" 27 zum Teil schon äußerst selten gewordene Vogelarten als Brutvögel: 7000 Paare, so hat Vogelwart Helmut Krethe (55) aus dem nahegelegenen Dorf Oederquart bei Freiburg/Elbe gezählt und kartiert, ziehen dort Nachwuchs groß, darunter Säbelschnabler, Austemfischer Uferschnepfen und Rotschenkel.

Auf "Hullen" - der alte Flurname wurde schon vor rund 700 Jahren verwendet - sind sieben verschiedene Entenarten (zum Beispiel die Knack- und die Löffelente) zu Hause. Andere Seevögel, darunter die norwegische Schellente, überwintern dort. Sie warten in der Schutzzone, bis das Wetter im hohen Norden milder wird und sie ihre dortigen Brutstätten aufsuchen können.

eb, Nordwest-Zeitung, Oldenburg, 6.4.1988
 
 
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